
Benediktinerabtei St. Mauritius
Die Abtei Tholey
Ein Ort mit Geschichte
Glaube, Gemeinschaft und Gegenwart.
Mitten in der saarländischen Gemeinde Tholey steht das älteste Kloster Deutschlands.
Heute beeindruckt die Abtei mit ihrer frühgotischen Kirche und ist ein besonderer Ort zwischen Andacht und Kunst. Die umfassende Renovierung von 2008 bis 2020 hat das Kloster für die Zukunft bewahrt.
Bei einer Führung über das Gelände lassen sich Geschichte und Architektur der einzelnen Gebäude entdecken.
Besuch und Führungen
Von den Treverern bis heute
Geschichte, die weiterlebt.
Die Wurzeln der Abtei reichen weit zurück.
Die Gegend um Tholey war lange vor der Gründung des Klosters besiedelt. Ihre Geschichte ist geprägt von keltischen und römischen Spuren, frühen Klostergemeinschaften und den Umbrüchen europäischer Geschichte.
- Um 400 v. Chr. Die Treverer besiedeln die Gegend. Die Verteidigungsanlage auf dem Schaumberg erinnert an diese keltische Kultur.
- 1. Jahrhundert n. Chr. Die Römer errichten an der Stelle der heutigen Abteikirche eine große Palastvilla mit Badeanlage.
- 634 n. Chr. Die Abtei wird erstmals im Testament des Franken Adalgisel Grimo erwähnt.
- 1806 Die Kirche wird Pfarrkirche der Gemeinde Tholey.
- 20. Jahrhundert Die Benediktiner kehren nach Tholey zurück und richten die Abtei wieder als Klostergemeinschaft ein.
- 2008–2020 Die Abtei wird umfassend renoviert.
Die weitere Geschichte wurde von Kriegen, Plünderungen und wechselnden Besitzansprüchen zwischen Frankreich und Deutschland geprägt. Noch heute erinnern die Straßennamen in Tholey an die Lage an der historischen Verbindung zwischen Metz und Trier.
Die Patrone der Abteikirche
Heilige, die mit Tholey verbunden sind.
Der heilige Mauritius, der heilige Wendelinus, der heilige Theobert und der heilige Kuno gehören zu den wichtigsten Patronen der Abteikirche.
Der heilige Mauritius
Der Kirchenpatron und Namensgeber Sankt Mauritius war der Legende nach Anführer einer römischen Legion. Er bekannte sich zum Christentum und wurde deshalb hingerichtet. Mauritius gilt als ein Schlüsselheiliger für die Entstehung des Abendlandes.
Der heilige Wendelinus
Wendelinus stammte der Legende nach aus dem iro-schottischen Raum. Viele Missionare kamen von dort nach Mittel- und Westeuropa. Wendelinus bekehrte der Überlieferung nach die heidnische Bevölkerung des nördlichen Saarlandes zum Christentum.
Der heilige Kuno
Kuno von Pfullingen war Dompropst in Köln und wurde von Heinrich IV. zum Erzbischof von Trier bestimmt. Auf seiner Antrittsreise wurde er entführt und ermordet. Seine sterblichen Überreste fanden später eine Grablege in der Klosterkirche.
Ora et labora
Gemeinschaft in Bewegung.
„fides cum benignitate“ – Glaube und Menschlichkeit.
Der Wahlspruch des Klosters ist Leitgedanke für die Benediktinermönche: der Glaube, bezeugt durch das Gebet, und die Menschlichkeit im Rückbesinnen auf wesentliche Werte wie Demut, Beständigkeit und Toleranz.
Benediktiner zu sein bedeutet, Seelsorger, Lehrer und Handwerker in einem zu sein. Grundlage der Gemeinschaft ist die Regel des Ordensgründers Benedikt von Nursia. Sie setzt auf Beständigkeit und Ortsgebundenheit.
Neun Mönche leben derzeit in Tholey. Der Tod von Vater Abt Mauritius Choriol im Jahr 2025 war ein schwerer Einschnitt für die Gemeinschaft. Die Mönche stellen sich der Aufgabe, den gemeinsamen Weg fortzuführen und sein Andenken zu bewahren.
Die Mönche wählen den Abt in ihrer Versammlung; externe Ordensleute nehmen als Zeugen teil. Auch wenn er aus ihrer Mitte kommt, verpflichten sich die Mönche zum Gehorsam gegenüber dem Abt. Zu seinen vielfältigen Aufgaben zählen Seelsorge, Verwaltung, Personalverantwortung und Repräsentation.
Auch außerhalb des Konvents engagieren sich Menschen für die Abtei – unter anderem in den Oblaten, Gesprächs- und Bibelkreisen sowie in der Choral-Schola.
Unsere Gemeinschaft lebt von der Vielfalt der Aufgaben und dem Engagement jedes Einzelnen.

Gebet und Alltag
Ein Tag im Kloster.
Ein klassischer Tag im Leben eines Mönches ist streng strukturiert: In aller Frühe beginnt er mit dem Morgengebet „Vigil et Laudes“. Danach folgt das Frühstück; bis dahin gilt Schweigen. Erst nach dem gemeinsamen Frühstück ist das Reden miteinander erlaubt. Die Zeiten der heiligen Morgenmessen richten sich nach dem Wochentag. Anschließend gehen die Mönche ihren Tätigkeiten nach.
Zur Mittagszeit wird die „Mittagshore“ gebetet. Beim anschließenden Mittagessen gilt wieder Schweigen; eine Tischlesung ist die einzige vernehmbare Stimme. Nach einer weiteren Zeit für Arbeit oder Studium folgt um 17 Uhr die „Vesper“. Nach dem Abendessen wird um 19:30 Uhr das Nachtgebet „Komplet“ gebetet. Danach gilt wieder das Gebot des Schweigens. Die Zeiten der heiligen Morgenmessen richten sich nach dem Wochentag.
Die Aufgaben reichen von Gottesdienst und Seelsorge bis zu Gartenarbeit, Imkerei und dem Verkauf eigener Produkte. Neue Wege zu suchen, um das Leben in der Klostergemeinschaft nachhaltig und langfristig zu ermöglichen, ist das Ziel aller Bemühungen.
Was alle verbindet: Gott näher zu sein.
Konzerte von Klassik bis Pop, Tagungen, Gruppenreisen, Führungen und Präsenz in den Medien gehören dazu. Ein Kloster hat viel Tradition und Geschichte zu bieten und muss sich doch den Erfordernissen der Zeit stellen. Innovation ermöglicht Beständigkeit.
Gottesdienste und Besuchszeiten