Benediktinerabtei St. Mauritius zu Tholey

Benediktinerabtei St. Mauritius zu Tholey

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Wiederbesiedlung

Wie gesagt wird um 600 v. Chr. der Schaumberg von den Kelten zu einer Fliehburg ausgebaut. Um 50 v. Chr. errichten hier die Römer ein Kastell zum Schutz der Römerstraßen die sich am Fuße des Schaumberges kreuzen. Am Ort der heutigen Abtei wird im 3. Jahrhundert n.Chr. eine Badeanlage mit umgebender großer Domäne errichtet. Der fränkische Diakon Grimo-Adalgisel erbaut Anfang des 7. Jahrhunderts eine rechteckige Kirchenanlage als Eigenkirche wobei er die Reste der römischen Badeanlage in den Kirchenbau einfließen läßt. Im Testament vom 30. Dezember 634 über eignet Adalgisel Grimo seine Eigenkirche mit dem zugehörigen Besitztum an den Bischof von Verdun dessen Herrschaftsrechte bis ins 14. Jahrhundert nachweislich ausgeübt werden. Für seelsorgliche Belange ist das damalige Erzbistum Trier dem Metz. Tour und Verdun als Suffraganbistümer zugeordnet sind, zuständig. Um 750 wird die Kirche durch eine rechteckige Choranlage erweitert. Sie entspricht der genauen Größe der Choranlage der Willibrordusbasilika zu Echternach. Vermutlich beginnt um diese Zeit das benediktinische Klosterleben in Tholey.

Im 10. Jahrhundert entsteht das Archidiakonat Tholey mit 154 Pfarreien. Die verantwortliche Leitung erhält der Abt als Stellvertreter des Archidiakons vom Trierer Domkapitel zugesprochen. Das Jahr 1260 ist das Datum des Baubeginns der heute bekannten, frühgotischen Abteikirche. Portal, der mächtige Westturm und einige Lichtgadenfenster werden von der romanischen Bauanlage übernommen. Um 1302 ist das Bauwerk vollendet und dient als Abtei und Wallfahrtskirche. Die Schirmvogtei lag in Handen der Grafen des Bliesgaus, seit 1277 in Händen der Herzöge von Lothringen, die ihrerseits die Ritter der Schauenburg auf dem Schaumberg damit belehnten. eine Regelung, die dem Konvent nicht nur Schutz, sondern auch manches Leid brachte. Während der Wirren des Dreißigiährigen Krieges (1618 - 1648) wurde die Schauenburg zerstört und die Abtei von Brand und Plünderung heimgesucht. Ende des 15. Jahrhunderts trat die Abtei Tholey der Bursfelder Kongregation bei und erlebte eine Blütezeit, die 1768 durch Einsetzung des Kommendatarabtes Pierre de Salabert durch den König von Frankreich und endgültig 1794 durch Brandschatzung und Plünderung durch französische Revolutionstruppen ein Ende fand. Am 7. Juli 1794 wurde die Abtei aufgehoben und 1798 wurden Kirche und Abteigebäude versteigert. 1806 erwarb ein Tholeyer Bürger die noch erhaltenen Gebäude der Abtei und schenkte sie der Gemeinde als Pfarrkirche und Wohnung für den Pfarrer. Von daher ist die Tholeyer Abteikirche zugleich auch die Pfarrkirche der Gemeinde Tholey. Am 8. 12. 1949 wurde die Abtei durch Papst Pius XII. wiedererrichtet und von Mönchen der Abtei St. Matthias in Trier unter der I.eitung von Abt Dr. Petrus Borne in der Osterwoche 1950 neu besiedelt. Inzwischen sind umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen durchgeführt worden.