Benediktinerabtei St. Mauritius zu Tholey

Benediktinerabtei St. Mauritius zu Tholey

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Frühgeschichte

  • Grundriss der Abteikirche Tholey
  • Blick auf die Abtei und den Schaumberg

Der 571 m hohe Schaumberg überragt vom Norden her die Gemeinde Tholey/ Saar mit ihren ca. 2500 Einwohnern. Vom dort 1976 errichteten Aussichtsturm der mit seiner Kapelle zugleich ein Mahnmal des Friedens und eine Gedenkstätte an die Toten Frankreichs und Deutschlands in den beiden Weltkriegen darstellt bietet sich ein weiter Rundblick bis zum Hunsrück und Hochwald im Norden und Lothringen im Südwesten.

Tholey in vorchristlicher Zeit

Ob bereits in vorgeschichtlicher Zeit, also vor den Römern, Menschen im heutigen Ortsbereich von Tholey siedelten, kann anhand des aktuellen Forschungsstandes nicht geklärt werden. Unwahrscheinlich ist es jedoch nicht, nur sind die Spuren nach 2000 Jahren intensiver Siedlungs- und Bautätigkeit nur noch schwer zu entdecken. Niemand kann abschätzen welche "Überraschung" oder Sensation die Archäologen schon morgen in einer noch so unscheinbaren Baugrube entdecken können.

Aus Spekulationen Fakten machen

Gerade die Hinterlassenschaften aus vorgeschichtlicher Zeit sind bei der Entdeckung wenig spektakulär. Es sind keine Steinmauern oder kunstvoll verzierte Steinquader. Meist sind es kleine, nur wenige Dezimeter große dunkle Flecken, die der Laie nur schwerlich registriert. Diese Überreste der Holzhäuser und Vorratsgruben unserer Vorfahren können Funde beinhalten, die uns Auskunft geben aus der Zeit vor Christi Geburt in Tholeyer Raum.

  • Faustkeil aus Hasborn-Dautweiler

Altsteinzeit

Spärliche Nachrichten haben wir aus der ältesten Periode der Menschheitsgeschichte im Umfeld von Tholey. Die Menschen dieser Zeit waren mit großen klimatischen Schwankungen vertraut. Eiszeiten und Warmzeiten wechselten. Das Werk eines Neandertalers ist der vermutliche Faustkeil aus Hasborn-Dautweiler. Ettwa 12000 Jahren beginnt eine weitere Warmphase. Der Neandertaler ist inzwischen vom heutigen Menschen verdrängt worden. Die Menschen dieser Zeit müssen neue Jagttechniken entwickeln, denn mit der Kälte verschwinden auch die großen Rentierherden oder viele Großtiere, wie das Mammut als Jagdbeute aus unserem Raum. Pfeil und Bogen sind ein "Meilenstein" dieser Entwicklungsphase. Die Steppe verschwindet und Wälder breiten sich aus. Die Altsteinzeit geht zu Ende.

Mittelsteinzeit (ab 8500 v.Chr)

In der Mittleren Steinzeit leben weiterhin die nichtseßhaften Jäger und Sammler in kleinen umherziehenden Gruppen. Die Technik aus Steinen Werkzeuge herzustellen wird immer weiter verfeinert. Aus dem Aachen-Maastrichter Raum stammt der Feuerstein der nach festgelegten Regeln zu kleinen messerscharfen Splittern

geschlagen wird, mit denen Pfeile und Speere bewehrt aber auch Holz- und Knochenwerkzeuge hergestellt werden. Aber auch aus dem Luxemburger Raum stammender weniger qualitätvoller Hornstein und der im Umfeld Tholeys vorkommende Achat wird zur Werkzeugherstellung verwendet.

Jungsteinzeit (ab 4500 v.Chr.)

In der Jüngeren Steinzeit wandern die ersten seßhaften Bauern in den Moselbereich ein. Sie verdrängten die nichtseßhaften Bevölkerungsgruppen, beschränkten aber für viele Generationen ihre Siedlungstätigkeit auf die fruchtbaren Ackerbereiche auf Muschelkalkböden im Bliesgau und Saargau. Im Raum Tholey steht in dieser Zeit noch ein dichter Urwald aus Ulmen-Linden, Eichen und Eschen. (Literatur Steinzeit Saarland)

Kupferzeit (ab 3000 v.Chr.)

Erst am Ende der jüngeren Steinzeit, der sogenannten Kupferzeit, scheint auch der Tholeyer Raum wie weite Teile des Hunsrücks erste spärliche Besiedlungen erfahren zu haben. Ein schöner Hinweis dafür ist das neu entdeckte, geschliffene Steinbeil, das bereits vor 1800 Jahren von einem "Römer" entdeckt und in dessen Haus im Wareswald gebracht wurde, das aber vor rund 4500 Jahren in einer Astgabel geschäftet zum Fällen von Bäumen genutzt wurde. Eine ganze Reihe vergleichbarer Beile wurde auch in den umliegenden Ortschaften von Tholey entdeckt (mehr hier).

Bronzezeit (ab 2000 v.Chr.)

Aber auch weiterhin bleiben die Funde dünn gesäht. Dies gilt sowohl für die Bronze als auch die frühe Eisenzeit. Doch handelt es sich damit vermutlich eher um eine Forschungslücke, wie Funde aus den nördlich, westlich und südlich angrenzenden Gemeinden nahelegen.

Eisenzeit (ab 750 v.Chr.)

Erst mit Beginn der "Hunsrück-Eifel-Kultur" (frühe Kelten), scheint der gesamte Hochwaldraum flächendeckend aufgesiedelt zu sein. Es finden sich viele Grabhügelfelder in den umliegenden Ortschaften. Erwähnt sein hier nur der noch heute deutlich sichtbare Fürstengrabhügel "Fuchshübel" nördlich von Theley. Die Funde aus diesem Grab zeigen, wie viele andere Funde dieser Zeit die guten Kontakte in den etrurischen Raum in Italien. Sehr starken Einfluß hat jedoch auch die Griechische Kultur auf die Kelten ausgeübt. Viele Glaubensvorstellungen und Geisteshaltungen wurden mit den Objekten - auch in den Tholeyer Raum gebracht.