Benediktinerabtei St. Mauritius zu Tholey

Benediktinerabtei St. Mauritius zu Tholey

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Fenster der Abteikirche

von Robert Köck

  • Das Opfer Kain und Abels
    Genesis 4,1-5
  • Der brennende Dornbusch
    Exodus 3,1-6

Im Rahmen der Erneuerung der Abteikirche war es notwendig geworden, die nach den Kriegsbeschädigungen eingesetzte Rechteckverglasung durch eine künstlerisch gestaltete abzulösen. Das Vertrauen des Abtes, Herrn Dr. Petrus Borne OSB, des leitenden Architekten, Herrn Baurat H. 0. Vogel/Trier und des Landeskonservators für das Saarland, Herrn Dr. M. Klewitz, übertrug mir als dem im Konvent lebenden Künstler diese verantwortungsvolle Aufgabe. Sie stand unter dem Anspruch des hohen Ranges des Bauwerkes. Eine Synthese zu finden zwischen dem Neuzuschaffenden und dem Überkommen war die Herausforderung zugleich wie die

  • Führungen durch die Abteikirche sind nach Absprache möglich.
    Kosten: 2,50 Euro pro Person, mindestens 50 €

Schwierigkeit der gestellten Aufgabe. Für meine Arbeit gab es keine anderen Vorgaben oder Auflagen als jene des Bauwerkes selbst und seiner geistlichen Aussage. Die Entwurfsarbeiten begannen 1958. Über figürliche Konzeptionen biblischer und hagiographischer Inhalte und die Erprobung rein ornamentaler Lösungen, brachte die Faszination der Gottesmachtzeichen bei der Lesung der Exodusgeschichte den Durchbruch zu den schließlich verwirklichten Bildern. Entscheidende Impulse zur Klärung der eigenen Bildvorstellungen gingen von den Fenstern Georg Meistermanns in der Sepultur am Würzburger Dom vom Jahre 1956 aus.

  • Gottes Bund mit Noach
    Genesis 9,12-17

Von den erarbeiteten Entwürfen für die Fenster in den Seitenschiffen wurde, um sicher zu gehen, zunächst das erste neben dem Portal mit dem Thema „Wasser aus dem Felsen" eingebaut. Es überzeugte so, dass nun auch die anderen ausgeführt werden konnten. Eine entscheidende Station war der Entschluss, die Maßwerke der Fenster zu überlaufen, ohne den Maßstab zu zerstören. Die Ausführung lag in den Händen der Werkstätten für Glasmalerei und Mosaik W. Derix, Rottweil und Wiesbaden. Als dem Künstler oblag mir die Fertigung der Kartons im Maßstab 1:1, die Auswahl der Gläser in der Glashütte Mittinger/Darmstadt und die Begleitung der Arbeiten in der Werkstatt. Um eine lrritierung der farbigen Erscheinung der Glasbilder durch mannigfache Einflüsse der Außensituation auszuschließen, wurde den mundgeblasenen Gläsern eine Weißmattierung auf gebrannt. Dem Einbau der Fenster in den Seitenschiffen 1959 folgte die Ausführung der Fensterentwürfe für die Seitenapsiden. Dabei wurde auf Wunsch der Goldschmiede Schwerdt und Förster/Aachen und in Abstimmung mit diesen in der von ihnen gestalteten Sakramentskapelle ein Sonderweg beschritten. Die Lichtmenge sollte so stark zurückgenommen werden, dass das Auf licht aus dem Schiff die Dominanz gewänne. Dem ornamentalen Gefüge liegt die Form eines Brotes zugrunde. Eine rein ornamentale Gestaltung erfuhr das große Fenster hinter der Orgelempore in der Westwand. Schlicht im Ornament erscheinen auch die Obergadenfenster; sie wurden im April 1960 eingesetzt. Eine reizvolle Aufgabe war die Gestaltung der kleineren Fenster in der Westwand der Seitenschiffe.